Sieben gute Gründevon Dr. Daniel Meynen, LandeskonventionsbeauftragterBadisches Rotes Kreuz
Die Kernregel lautet: Durch Menschlichkeit zum Frieden. Leiden, die Leben, Gesundheit und Menschenwürde in ihrem humanen Kern schädigen oder bedrohen, sollen verhütet und ihre Folgen gelindert werden. Der angestrebte Frieden darf darum keine bloße Waffenruhe sein, sondern soll in gegenseitigem Verständnis und in der Zusammenarbeit aller Völker bestehen.
Krieg und Katastrophen sind blinde Geschehen, die zahllose Menschen ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit, Rasse oder Religion ins Unglück stürzt. Ebenso unterschiedslos soll darum auch ohne Ausnahme allen Notleidenden Hilfe geleistet werden. Das Maß der Hilfe soll sich nach dem Maß der Not richten. Die Helfer sollen niemanden aus subjektiven Gründen bevorzugen.
Notlagen werden oft von Menschen herbeigeführt, absichtlich oder unabsichtlich. Darum beteiligt sich die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung niemals an einem Geschehen, das Not verursacht oder verstärkt. Um aber ein glaubwürdiger Anwalt der Humanität sein zu können, beschränkt sich das Rote kreuz einzig und allein auf den Bereich humanitären Handels und Argumentierens.
Kriege und Katastrophen zerstören die gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen oft tiefgreifend. Darum müssen sich die humanitären Helfer zwar im Rahmen der staatlichen Gesetzgebung, aber unabhängig von den Behörden, organisieren. Wie können sie sonst beim teilweisen oder vollständigen Ausfall der staatlichen Organisation wirksam Schutz und Hilfe leisten.
Wenn Krieg oder eine Naturkatastrophe das normale Leben zusammenbrechen lassen, können staatliche Verordnungen und professionelle Fachdisziplin nur wenig ausrichten. Freiwilliger und uneigennütziger Einsatz steuern das Handeln dann umsichtiger und sicherer als verordnete Pflicht und Gewinnstreben.
In großen Notlagen ist die Zahl der Helfer oft bedrückend gering. Darum öffnet das Rote Kreuz seine Organisation für jeden, der zur Mithilfe bereit ist und bemüht sich, für jeden Menschen in Not erreichbar zu sein. Gegen die Zersplitterung seiner Kräfte setzt es die Konzentration seiner Einsatzmittel und die Einheit seiner Leistung.
Zur Zeit gibt es auf der Welt mehr als 40 bewaffnete Konflikte, und die Folgen der Natur- und Zivilisationskatastrophen treffen immer mehr Menschen. Kein Ort der Welt ist dagegen gefeit. Darum erstreckt sich die Arbeit der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung auf alle Menschen und alle Länder. Einander beim Helfen zu unterstützen betrachtet die Rotkreuzbewegung als eine selbstverständliche Pflicht.
Deutsches Jugendrotkreuz
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